News vom 23.11.2020

KWK-Gesetz: Mehr Förderung, weniger Nutzungsstunden

Das KWK-Gesetz 2016 wurde 2020 in Teilen durch das „Gesetz zur Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung“ (Kohleausstiegsgesetz) geändert. In dieser Form wird es jetzt auch als KWK-Gesetz 2020 bezeichnet. Das neue Gesetz sieht im Vergleich zum bisher geltenden zahlreiche Änderungen mit teils erheblichen Auswirkungen auf die Anlagenbetreiber vor. Zum Teil gelten die neuen Bestimmungen rückwirkend ab Januar 2020.

Alle Änderungen müssen (Stand November 2020) allerdings noch von der Europäischen Kommission genehmigt werden. Auch das kann schon Konsequenzen für die Betreiber haben, da manche Netzbetreiber die vorgesehenen Zuschläge noch nicht auszahlen wollen, um keine Rückzahlungen organisieren zu müssen, falls die Kommission doch noch anders entscheiden sollte.

Mehr Fördermittel, Halbierung der Vollbenutzungsstunden für Mini-KWK

Eine der wichtigsten Änderungen ist die Verdopplung der Zuschläge für Anlagen mit einer Leistung bis 50 kWel (Mini-KWK) bei gleichzeitiger Halbierung der förderfähigen Vollbenutzungsstunden von 60.000 auf 30.000. Für größere Anlagen über 50 kWel wird der Zuschlag für die ersten 50 kW nicht verdoppelt, sondern es gelten weiter die alten Sätze. Die Bestimmung gilt rückwirkend ab Januar 2020.

Beschränkung der jährlichen Vollbenutzungsstunden

Die Begrenzung der maximal förderfähigen Vollbenutzungsstunden pro Jahr erstreckt sich gestaffelt über vier Jahre. Die Stunden werden beschränkt auf 5.000 im Jahr 2021 und 2022, auf 4.000 für 2023 und 2024 und auf 3.500 ab 2025. Auch, wenn die KWK-Anlage noch 2020 in Betrieb geht, gelten die neuen Sätze. Diese Bestimmung gilt ebenfalls rückwirkend ab Jahresbeginn.

Neue Boni

Zusätzlich zum KWK-Zuschlag werden Boni gezahlt, beispielsweise ein iKWK-Bonus für innovative KWK, ein Power-to-Heat-Bonus, ein Kohleersatzbonus, wenn eine neue Anlage eine alte ersetzt, die auf Basis von Stein- und Braunkohle lief, und ein Südbonus für Baden-Württemberg, das Saarland sowie die südlichenTeile von Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern.

Förderung von Wärme- und Kältenetzen

Neu- oder Ausbau von Wärme- oder Kältenetzen werden gefördert, wenn der Wärmeanteil aus 75 Prozent KWK erzeugt wird, oder einer Kombination aus KWK, erneuerbarer Energie (EE) oder industrieller Abwärme mit mindestens 50 Prozent Anteil, hier darf jedoch der KWK-Anteil nicht unter 10 Prozent liegen. Werden die Netze ab dem Jahr 2023 in Betrieb genommen, muss der Anteil aus KWK, erneuerbarer Energie oder industrieller Abwärme mindestens 75 Prozent betragen.

Weitere Details und Tabellen im Fachartikel siehe Anlage.

 


Ansprechpartner


Dipl.-Ing. Matthias Kabus MBA
Energieeffizienz, Klimaschutz in Industrie und Gewerbe
EnergieAgentur.NRW
0202 2455231
kabus@energieagentur.nrw

Anlagen

Zuschläge nach dem KWK-Gesetz 2016 in der Fassung vom 14.8.2020 [661,36 kb]